Unser Grundsatzprogramm, das die Mitgliederversammlung am 30. Januar 2012 einstimmig beschlossen hat:

Präambel

Wir, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Karlsruhe, stehen für eine pragmatische Denkweise, die im christlichen Menschenbild und einem freiheitlich-demokratischen Selbstverständnis wurzelt. Aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus ist es Ziel unseres hochschulpolitischen Handelns, das Studium und die Lehre am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stetig zu verbessern. Dabei wollen wir die Studenten auf ihrem Studienweg aktiv begleiten.

Leitlinie

Der RCDS Karlsruhe setzt sich für eine Politik der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Studentenschaft und Hochschulleitung ein. Die Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium und eine gelungene Studienzeit ist dabei Ziel und Antrieb. Im ständigen Dialog mit der Studentenschaft und in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Hochschulgremien setzen wir uns kritisch mit der Universitätsleitung auseinander. Wir setzen nicht auf Boykott sondern auf die Mitarbeit am runden Tisch.

Studentische Mitbestimmung

Der RCDS Karlsruhe strebt eine studentische Mitbestimmung gemäß des Konzeptes des RCDS Baden-Württemberg an. Dieses wurde maßgeblich durch das Karlsruher unabhängige Modell geprägt und sieht eine gesetzliche Verankerung der studentischen Mitbestimmung als Gremium der Universität vor. Da die Hochschule auf eine organisierte studentische Mitbestimmung angewiesen ist, ist diese vom Land zu finanzieren. Das Aufgabengebiet der studentischen Gremien wird dabei ganz klar auf studentische Belange beschränkt, um eine Fokussierung im Sinne der Studentenschaft zu gewährleisten.

Eine Verfasste Studierendenschaft (VS) mit politischem Mandat, Satzungs- und Finanzautonomie erachten wir als nicht geeignetes Modell der studentischen Mitbestimmung. Bei einer VS befinden sich alle immatrikulierten Studenten per Gesetz in einer beitragspflichtigen Zwangsmitgliedschaft. Kritisch sehen wir, dass die Höhe dieser Beiträge frei von den Lenkungsgremien festgesetzt wird. Durch das politische Mandat ist die VS nicht daran gebunden, die Beiträge auch für studentische Interessen einzusetzen.

Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen VS setzt sich der RCDS Karlsruhe für niedrige Mitgliedsbeiträge und eine sinnvolle Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel ein. Auf Landesebene drängen wir auf die Abschaffung der VS und die Einsetzung des eigenen Modells.

Studienfinanzierung

Um Chancengleichheit im Bildungssystem zu verwirklichen, fordern wir eine solide Finanzierungsmöglichkeit für alle Studenten. Unser Anspruch ist es, jedem ein Studium zu ermöglichen, unabhängig von sozialer Herkunft. Wir setzen uns daher für ein transparenteres und unbürokratischeres staatliches Fördersystem ein.

Gesellschaftliche Verantwortung

Der RCDS versteht sich als Gruppe verantwortungsbewusster Mitglieder der Gesellschaft. Als Hochschulgruppe nutzen wir unsere Mitgliederstärke, unsere Organisation und unser Netzwerk um im Dienste der Gesellschaft aktiv zu werden. In diesem Rahmen beteiligen wir uns an allgemein- und gesellschaftspolitischen Diskussionen, tragen zur politischen Bildung bei und führen regelmäßig gemeinnützige Aktionen durch, bei denen wir auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen und dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Gemeinschaft

Der RCDS ist eine Gruppe politisch interessierter Studenten aller Fachrichtungen. Neben politischen Engagement ist uns deshalb auch der Zusammenhalt untereinander besonders wichtig. Wir setzen uns als Gemeinschaft für unsere Ziele ein um  diese gemeinsam zu erreichen. Zusammenhalt, füreinander Einstehen und Hilfsbereitschaft stehen bei unseren Veranstaltungen immer im Vordergrund. Nur so können wir studentische Interessen in Hochschule und Gesellschaft vertreten.

Bologna-Prozess

Im Zuge des Bologna-Prozesses bietet sich die Chance, die bisherigen Studienpläne und Zielsetzungen neu zu überdenken. Hierbei ist es von enormer Wichtigkeit, auf die Entwicklung im Sinne der Studenten einzuwirken. Ziel muss es sein, unter Wahrung des hohen Niveaus am KIT den Studenten nach wie vor die Möglichkeit zum aktiven Engagement in der Gesellschaft zu erhalten. Ein elementarer Bestandteil des Bolognaprozesses ist die Internationalisierung des Studiums. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Planung und Durchführung eines Auslandsaufenthalts während des Studiums soweit wie möglich zu vereinfachen. Des Weiteren machen wir uns dafür stark, dass jeder Student, der einen Bachelor- Abschluss am KIT erreicht, die Möglichkeit erhält, hier auch ein Masterstudium in seiner Fachrichtung aufzunehmen. Obwohl wir den Bolognaprozess voll unterstützen, erkennen wir noch gewisse Vorteile der Diplomstudiengänge. Um das bestmögliche Ergebnis für die Studenten zu erreichen, setzen wir uns dafür ein, dass die Vorteile des alten Systems in die Bachelor- und Masterstudiengänge integriert werden. Dadurch wird der Ruf des alten Systems auf die neuen Abschlüsse übertragen.

Freiheit der Forschung

Der RCDS setzt sich dafür ein, dass die Forschung am KIT auch weiterhin frei bleibt und nicht durch eine Zivilklausel eingeschränkt wird. Uns ist wichtig,dass Wissenschaftler frei entscheiden können in welche Richtung sie forschen wollen. Besonders, da viele Errungenschaften des modernen Lebens militärischen Ursprungs sind. Eine Zivilklausel würde zudem die Drittmitteleinwerbung erschweren und stünde damit im Gegensatz zur Spitzenforschung am KIT.

Universität und Stadt

Einige studentische Anliegen können nicht auf Universitätsebene umgesetzt werden. Um auf kommunalpolitische Themen, die das studentische Leben in Karlsruhe betreffen, Einfluss nehmen zu können, unterhalten wir sehr gute Kontakte zur Jungen Union und CDU und arbeiten eng mit diesen zusammen.